Kunstbüro

26_02_2015 Bremen

Im Weissen Rössl

Der gestrige Abend wird Anlass zu weiteren Erwägungen bieten bezüglich ästhetische Strategien der Aneignung , der Territorialität und der Frage nach der Ontologie kritischen ästhetischen Handelns.

Die Aufführung war lustiger und eigentlich besser als es der kritische Kritizismus, mit dem wir gewöhnlich als Beobachter solche Angelegenheiten urteilen, will. Der will die eigenen Niht-Macher oder Potentiell-Macher-Position etablieren oder stärken, Schlecht. Oder auch nicht. Theater geriert sich als Instanz des kritischen Bewussteins und der Platzierung von dessen Position. Die Veranstaltung in Bremen ist vielleicht affirmativ (schlecht sind die Begründungen der Regie, dass man das Wüste, Frivole wieder hervorgeholt habe, was dem Werk inhärent und ihm durch die Nazis ausgetrieben worden sei), hat darin aber das Potential zur Verstörung,. Während Castorf vermutlich das Deutsche, das Helmut-Kohl-hafte dekonstruiert hätte,, wird durch die Dauerzoten, die in dieser Bremer Inszenierung das dekonstruktive Moment ausmachen, der Schmelz der Scheinromantik des Touristischen und seiner Ziele,, das Illusionäre des Kitsches und der betrügerischen Oberfläche durch die Homosexualisierung des Beziehungsgefüges zur Folie der Befreiung. (Zwar gilt „heute ist alles möglich, auch die Heirat schwuler Partnerinnen und Partner). Aber dass dies auf die konventionellen Paarbeziehungen und deren Einlagerung in die bürgerlich – konventionellen Heiratslogiken aufgezogen wird, stellt das interessante reaktionäre Moment dieser Inszenierungher: der schwule Traum von Kaiserinnen und romantischen Massenmove ist eine vielleicht revolutionäre Aneignungspraktik, die eine viel stärkere Volte sein könnte, als der linke, politische Impetus, der die kleinbürgerliche Illusion von Freiheit und einer Aufgehobenheit in gelingende Erdaufenthalte attackiert und entlarvt. Was eigentlich nicht zu entlarven ist. Es gibt das Buch von Manuel Puig „Kuss der Spinnenfrau“, das diese Geschichte erzählt.

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